Süd-West-Labor
BERGHEIM-SÜD-WEST-LABOR
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Zusatzbaustein zum Projekt
Aus dem Projekt 2009 hat sich ein weiterer Baustein entwickelt. Das Projekt “Fliegender Bau”
beinhaltete die Entwicklung eines mobilen Bauwerks für Jugendliche in Bergheim und wurde
vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung als eines von 25 bundesweiten
Modellprojekten ausgewählt und erfolgreich durchgeführt.
Fliegender Bau 2009 auf Projektseite ansehen
Ausgangslage
Die Bewohner des Stadtteils Bergheim-Süd-West benötigen aufgrund geringer sozialer
Akzeptanz und Wertschätzung ihres Wohngebietes eine kulturelle Aufwertung ihres
Stadtteils. Das Spektrum der Bildungs- und Kulturangebote innerhalb des Stadtteils
bietet hingegen zu wenig Vielfalt. Öffentliche Kulturangebote finden hauptsächlich im
Zentrum von Bergheim statt.
Die Bewohner verlassen den Stadtteil Bergheim-Süd-West größten Teils nicht, um an
Kulturangeboten in Bergheim teilzunehmen. Dies hat zur Folge, dass sich einzelne
Gruppen mit verschiedenen kulturellen oder sozialen Hintergründen isolieren und
Außenstehende sich oft ausgeschlossen fühlen.
Zielsetzung
Im Rahmen eines jährlich wiederkehrenden Kulturspektakels im Wohnpark von
Bergheim-Süd-West soll durch eine publikumswirksame Präsentation von Kurzfilmen
und Live-Musik eine breite Öffentlichkeit angesprochen werden.
Besonders Familien mit gesellschaftlicher Benachteiligung sollen neue Möglichkeiten
eines gemeinschaftlichen Kulturerlebens im Stadtteil erhalten. Das Stadtteilimage ist vor
allem für Jugendliche von großer Bedeutung. Diese Motivation dient als Ausgangspunkt
für ein künstlerisch-soziales Projekt, in dem das Kulturspektakel durch Jugendliche
gestaltet und durchgeführt wird. Zu diesem Zweck wird einmal jährlich ein dreimonatiger
Workshop zur inhaltlichen Vorbereitung und Gestaltung des Openair-Kulturspektakels
angeboten.
Zeitrahmen
Von Juni 2009 bis Dezember 2012
Zielgruppe
m/w Jugendliche aus dem Stadtteil mit gesellschaftlicher Benachteiligung durch
Migrationshintergrund, Sprachschwierigkeiten, Armut, geringe berufliche Qualifikationen
oder fehlende Schulabschlüsse
Teilnehmeranzahl
jeweils 14
Themen
Die Themen der einzelnen Workshops werden in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen
genauer definiert. Inhaltliche Schwerpunkte sind:
- Umgestaltung von Architektur, Fassaden, öffentlichen Plätzen aus Sicht der Jugendlichen 2009
- Präsentation und Dokumentation von Jugendlichen durch Jugendliche 2009
- Das äußere Erscheinungsbild des Stadtteils - Animationsfilm 2009
- Interkulturelle Kommunikation - Kurzfilm 2011
- Kulturelle Unterschiede, Rassismusprobleme im Stadtteil 2011
- Der Stadtteil Bergheim Süd West in der Zukunft - Animation/ Kurzfilm 2012
- Visionen von Jugendlichen für ihren Stadtteil 2012
Workshop
Er dient der inhaltlichen Vorbereitung und Planung des Openair Spektakels.
Die Jugendlichen werden durch zwei künstlerische Leiter, mit langjähriger Erfahrung in der
Jugendarbeit, Video- und Veranstaltungstechnik, an die verschiedenen oben genannten
Themen herangeführt. Zu jedem Themenkomplex wird eine Präsentation in Form von
Kurzfilmen verschiedener Machart erstellt. Die Jugendlichen erlernen den Umgang mit
digitaler Video- und Audio-Technik um sich selbst und ihr nahes Umfeld repräsentativ
gegenüber einer breiten Öffentlichkeit darzustellen.
Verschiedene Tätigkeiten, die zur Erstellung eines Films notwendig sind, werden
gemeinsam im Rotationsverfahren durchgeführt:
- Kameramann
- Kameraassistent
- Tontechniker
- Kulissenbauer
- Schauspieler/ Akteur
- Special Effect Man
- Cutter
- Tontechniker
- Regie
- Regieassistent
- Art Direktor
- Beleuchter
- Maskenbildner
- Kostümbildner
Eine einfache Heranführung an diese Techniken wird angestrebt.
Die inhaltliche Umsetzung eigener Ideen der Jugendlichen steht im Vordergrund.
Auch in die Planung und Durchführung der jährlichen Präsentation sollen die Jugendlichen
stark einbezogen werden. Die Vorbereitung des Rahmenprogramms, die
Öffentlichkeitsarbeit, der Aufbau der Veranstaltung sind nur einige Beispiele.
Die Jugendlichen können im Rahmen des Workshops Einblicke in verschiedene Tätigkeitsfelder
in der Filmbranche/ Veranstaltungstechnik erhalten, ihre Interessen stärken und
Kenntnisse vertiefen.
Präsentation
An einem Abend im Juli jeden Jahres werden in dem Workshop produzierte Filme in Form
eines Freiluftkinos großflächig an die Häuserwände im Wohnpark projiziert.
Die Präsentation der Filme und ein wechselndes audio-visuelles Rahmenprogramm,
z.B. Liveauftritte und Toncollagen von Jugendlichen aus dem Stadtteil, die Lichtgestaltung
der Fassaden, sowie die kulinarische Versorgung des Publikums mit Spezialitäten aus den
Ursprungsländern der Anwohner sollen von den Jugendlichen realisiert werden.
Motivation
Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Jugendliche ein starkes Interesse am Image ihres
Stadtteils und deren Bewohner entwickeln, was jedoch von Außenstehenden oft ganz
anders gesehen wird. Das Projekt soll die Jugendlichen in Bergheim-Süd-West darin
unterstützen die Akzeptanz ihres Wohnbezirks kritisch zu durchleuchten und nach außen
hin zu stärken.
Stärkung des Selbstwertgefühls durch Umsetzung eigener Ideen auf hohem Niveau
Stärkung der sozialen Kompetenz durch Gruppenarbeit
Abbau von Vorurteilen durch Aufklärung/Diskussionen
Interessenserkundung durch eine Vielzahl von wechselnden Tätigkeitsfeldern
Zielorientiertes und nachhaltiges Lernen durch Vertiefung eigener Ideen
Weiterbildung im kulturellen Sektor durch Beschäftigung in einem künstlerischen
Betätigungsfeld
Förderung der Bereitschaft der Jugendlichen zur aktiven Einflussnahme auf die Kulturlandschaft
in ihrem Stadtteil
Aufwertung des Stadtteilimages gegenüber Dritten
Träger
Die Trägerschaft des Projektes übernimmt der Woanders e.V.,
Verein zur Förderung von Jugend- und Kulturarbeit mit Sitz in Bergheim
Kooperierende Einrichtungen:
Stadtteilbüro Bergheim-Süd-West, Integrationsbüro Bergheim-Süd-West, Büro für Gemeinwesenarbeit
Berliner Ring, Schulen, Migrantenvereine, Kreisstadt Bergheim Fachbereich
Jugend, Bildung, Soziales, Sprach- und Kulturmittler der Kreisstadt Bergheim,
MEDIO.RHEIN.ERFT, ASH Sprungbrett, ARGE Bergheim
VideoArchiTektur
Eine Tektur bezeichnet:
* im Druckwesen die Berichtigung oder Änderung eines Textes durch Überkleben mit
einem Deckblatt oder einem Papierstreifen. In erweitertem Sinne gilt der Austausch von
einzelnen (aktualisierten) Seiten in einem Dokumentenordner (bspw. Reglementsordner)
ebenfalls als Tektur.
* in der Bauplanung eine Korrektur bzw. Überarbeitung einer bereits fertig gestellten
(bzw. genehmigten) Planung.
* in der Pharmazie ein gefaltetes Papierhütchen, das über einen Kork gebunden wird,
der eine Flasche verschließt.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tektur
Aus den bereits durchgeführten Projekten haben wir gelernt, dass die Nähe der Projektleiter
zur Jugendkultur und eine Vertrauensbildung zwischen Projektleitung und Projektteilnehmern
viele Türen öffnen. Während des Grillens und mal so zwischen durch haben
wir Dinge erfahren, die sie noch nicht einmal ihren Sozialarbeitern erzählen und über
spezifische Probleme gesprochen. Was die Jugendlichen gar nicht mögen ist sich lange
mit einem Thema zu beschäftigen, was sie nicht interessiert. Lange Texte schreiben schon
gar nicht. Dinge lernen die nicht in ihrem direkten Interessengebiet liegen und trotzdem für
ein berufliches Weiterkommen notwendig sind, muss man geschickt verpacken.
Genau dies wollen wir mit dem Video Tektur Projekt weiterführen.
Die Faszination rund um das Machen von Videoclips und die Medienbranche soll geschickt
mit Informationen zur beruflichen Weiterbildung gespickt werden und eine nachhaltige
Entwicklung in verschiedenen Qualifikationsfeldern erzeugen.
Dennoch wollen wir von Beginn an mit offenen Karten spielen. Wer bei uns mitmacht,
muss sich ins Zeug legen, Durchhalten und auch Eigeninitiative entwickeln. Regelmäßige
Teilnahme und Flexibilität in Bezug auf Projektzeiten ist für uns wichtig.
Ziel des Projekts ist neben der Vermittlung von neuen Fähigkeiten oder deren Weiterentwicklung
die Durchführung eines Events mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit für die
Ideen und Problematiken von Jugendlichen.
Ergänzungen zur Projektbeschreibung
SüdWestLabor Teilprojekt 2009
Modellhafte Umgestaltung von Architektur in Bergheim Süd West

Das Projekt wird in 8 Phasen unterteilt
- Kennen lernen / Vertrauen bilden / Einschätzen der Fähigkeiten und Möglichkeiten
- Erforschung der Architektur in Bergheim Süd-West mit der Kamera
- Nachbau von einzelnen Gebäuden in Form von Modellen
- Neugestaltung der Architektur nach Ideen der Jugendlichen durch das Medium Video und Animation
- Filmaufnahmen im Stadtteil
- Film schneiden und Nachvertonung
- Vorbereitung einer Veranstaltung im eigenen Stadtteil
- Präsentation der Filme mit kulturellem Rahmenprogramm
Während jeder Phase sollen berufliche Kompetenzen entwickelt und Einblicke in Medien
Berufe und Ausbildungsweg gegeben werden.
Dies geschieht durch:
1. Vermittlung von Informationen zu den Berufsfeldern in Text und Bild
Berufsfelder die in diesem Teilprojekt genauer vorgestellt und ausprobiert werden sind
fett gedruckt, die anderen werden in den Grundzügen erläutert und ausprobiert:
- Kameramann
- Kameraassistent
- Tontechniker
- Kulissenbauer
- Special Effect Man
- Cutter
- Beleuchter
- Kulissenbauer
- Schauspieler/ Akteur
- Tontechniker
- Regie
- Regieassistent
- Art Direktor
- Maskenbildner
- Kostümbildner
2. Vermittlung von Informationen zu den Berufsfeldern aus erster Hand
- Einladen von Tätigen in den Berufsfeldern
- Besuche in Filmstudios
- Hilfe bei der Herstellung von Kontakten zu Medienbetrieben
Nach der Vorstellung des Projektes an die Teilnehmer beginnt
Projektphase 1
Kennen lernen
- Frühstücken oder Grillen ?
- Erfahrungen austauschen und Musik hören
- auch mal chillen
- regeln (notwendige Regeln erklären und gemeinsam definieren)
- das Projekt noch genauer erläutern
- gemeinsam die Räumlichkeiten zum Arbeiten einrichten
- Die Videokiste mit Plan und Luftbild des Stadtteils bestücken
- Einführung in das Medium Film :Theorie und Praxis, Filme zum Thema Architektur und
Animation
- Einführung in den Gebrauch der Dv-Kamera
- Einführung in den Gebrauch von Macintosh Computern
- Einführung in einfache Schnitttechniken
Projektphase 2
Erste "Schritte" mit der Kamera
- Erforschung des Stadtteils und seiner Architektur.
- Im Rotationsverfahren werden Aufnahmen von Gebäuden gemacht die für das Projekt
interessant sein könnten.
- Innen- und Außenaufnahmen von Gebäuden ohne weitere Hilfsmittel als Kamera und Stativ
- Material sichten und besprechen. Hier interessiert uns die Assoziationen der Jugendlichen
zu bestimmten Gebäuden oder Geschichten, die sie damit verbinden.
Was wünschen sie sich, was kann man ändern?
- Bestimmte Gebäude genauer unter die Lupe nehmen: Ausmessen, Aufnehmen und
Ermitteln (Bewohner befragen)
Projektphase 3
Nachbau von einzelnen Gebäuden in Form von Modellen
- Anhand der Aufnahmen und der Bemessung werden einfache Modelle im
Verhältnis 150 : 1 gebaut ( ca. A4 hoch)
- Filmen der Modelle mit ähnlicher Perspektive und Kameraführung wie das Original
- Vergleich der gemachten Aufnahmen von Original und Modell durch nebeneinander
legen und überlagern der Bilder
- Anpassen und Weiterentwicklung der Modelle
- Einsetzen der Modelle in das Gesamtmodell ( Kiste mit Plan Zeichnung)
- Ergänzung des Gesamtmodells durch andere Elemente wie Autos, Häuser, Menschen,
Bäume noch mehr Modelle..
- Filmen und Begutachten des Gesamtmodells
Projektphase 4
Neugestaltung der Architektur nach Ideen der Jugendlichen durch das Medium
Video und Animation
- Einführung in Animations-Technik
- Entwicklung verschiedener Story-Boards für Animationen
- Erstellung von manuellen Animationen in 2-D (Fotos)
- Projektion der Animation auf das Modell
- Erstellung von manuellen Animationen in 3-D ( Modelle/ Bluescreen)
- Erstellung eines Trickfilms durch Projektion der Animationen auf die Modelle
Projektphase 5
Filmaufnahmen im Stadtteil
- Weiterentwicklung Story-Board
- Film Sets suchen oder bauen
- Szenen spielen und filmen
- Projektionen von animierten Sequenzen auf und in Gebäuden
- Mischformen von Animation, Realaufnahmen und Inszenierungen
Projektphase 6
Vorbereitung einer Veranstaltung im eigenen Stadtteil ( W-Phase)
- Was machen wir ?
- Wo machen wir das ?
- Was brauchen wir ?
- Wer kann das ?
- Wie kriegen wir, was wir wollen ?
- Wann machen wir was ?
- Wie werben wir dafür ?
- Welche Aufgabe übernimmt welcher Teilnehmer ?
- Wann sind wir endlich soweit?
Projektphase 7
Film schneiden und Nachvertonung
- Alle geschnittenen Einzelsequenzen sichten, ordnen und miteinander verbinden
- Musiker einladen und aufnehmen
- Sound aus der Konserve ( Geräuschsammlung)
- Sounds selber machen
- Den Film nachvertonen
Projektphase 8
Präsentation der Filme mit kulturellem Rahmenprogramm im eigenen Stadtteil
- Den eigenen Film gucken und Beurteilen
- Den Event aufbauen
- Den Event durchführen ( Drinnen und draußen projizieren/ Das Modell zeigen/
Fotos und andere Dinge aus dem Projektverlauf zeigen/Live Musik/ Architektur-Kochen
bzw. -Backen)
- Den Event filmen.
- Zurückblicken und nach vorne schauen...
Das Videoprojekt ist ein offenes Angebot und richtet sich an alle Jugendlichen
ab 16 Jahren, hauptsächlich sollen Jugendliche aus Bergheim-Süd-West
angesprochen werden. Es wird zu verschiedenen Tageszeiten angeboten und
soll an verschiedenen Orten umgesetzt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie bei den Projektleitern
Jan Kryszons 0178-4598204
Todde Kemmerich 0178-7183713